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Aus der Fuelle der Sachbuecher ueber die Grafschaft Ravensberg werden einige empfehlenswerte Quellen ohne Anspruch auf Vollstaendigkeit zusammengestellt. Jedes Buch enthaelt viele weitere Literaturhinweise.
[1] Historische Kommission fuer Westfalen: Das Urbar der Grafschaft Ravensberg von 1556; Teil 1 - Text, Muenster (1960); Teil 2 - Register, Muenster (1981); Teil 3 - Ergaenzende Quellen, Muenster (1997); Aschendorfsche Verlagsbuchhandlung Muenster [2] Juergensmann, Horst: Chronik Hof Juergensmann Steinhagen i/W; DCM Druck Center Meckenheim (2003) [siehe oben: Chronik] [3] Dickenhorst, Friedrich-Wilhelm: Brockhagener Hoefebuch; DDV Digitaler Druck und Verlag, Bielefeld (1998) [4] Wasgindt, Horst; Schumacher, Hans: Bielefeld Senne; Band 1 und Band 2; Westfalen Verlab, Bielefeld (1989) [5] Leesch, Wolfgang: Personenlisten der Grafschaft Ravensberg und des Fuerstentums Minden vor 1815; Beitraege zur westfaelischen Familienforschung, Band 36 - 37 (1978-1979) [6] Schoneweg, E.: Minden-Ravensberg; Ein Heimatbuch; 2. Auflage; Velhagen & Klasing Verlag, Bielefeld (1929) [7] Weddingen, P.F.: Handbuch der historisch-geographischen Literatur Westfalens (1801) [8] Ludorff: Bau- und Kunstdenkmaeler Westfalens, herausgegeben vom Provinzialverband, insbesondere die Kreise Bielefeld - Stadt und Land (1906), Herford (1908) und Halle (1909) [9] Tuempel, Hermann: Minden-Ravensberg unter der Herrschaft der Hohenzollern - Politische, Kirchen- und Schulgeschichte, Entwicklung der Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, Post und Telegraphenwesen, Eisenbahn, Volkskunde, Westfaelisches Bauernhaus und Muenzwesen (1909) [10] Engels: Zusammenstellung der geschichtlichen Literatur fuer Ravensberg in der Festschrift zur 700 - Jahrfeier der Stadt Bielefeld; Sonderheft der Zeitschrift Niedersachsen (1921) [11] Rothert: Minden-Ravensbergische Kirchengeschichte; Teil 1 - Das Mittelalter (1927); Teil 2 - Reformation und Pietismus (1928) [12] Schmidt, Hans: Vom Leinen zur Seide (1926) [13] Wolf, K.: Freud und Leid im Kreise Halle (Westf.) 1800 - 1905; Selbstverlag, Halle (1905) [14] Griese, Gustav Heinrich: Minden Ravensberg - Denkmaeler der Geschichte, der Kunst und des Altertums; Meyer Verlag, Buende (1934) [15] Militz, Walter: Der Kreis Halle im Spiegel der Literatur (1966) s.u. [16] Aleman, Wolf Ernst: Handschrift Collectanea Ravensbergnisea [17] Ribbe, Wolfgang; Henning, Eckart: Taschenbuch fuer Familien-Geschichts-Forschung; 11. Auflage; Degener Verlag, Neustadt a. d. Aisch (1995) [18] Grun, Paul Arnold: Leseschluessel zu unserer alten Schrift; Grundriß der Genealogie Band 5; Starke Verlag, Limburg/Lahn (1984) [19] Grun, Paul Arnold: Schluessel zu alten und neuen Abkuerzungen; Grundriß der Genealogie Band 6; Starke Verlag, Limburg/Lahn (1966) [20] Wilhelm Fronemann: Die Fronemann-Sippe und ihr Heimatdorf Hoerste; Louisgang Verlag, Gelsenkirchen (1960)
Literatur (Kreisblatt Halle, Dezember 1966)
Freiligrath schreibt liebevolle Betrachtung ueber die Ravensburg Der Kreis Halle im Spiegel der Literatur Von Oberstudienrat Walter MILITZ
Dem
beliebten Berg- und Huegelland des Kreises Halle mit der im
Sueden
angrenzenden, weithin auslaufenden Ebene, den Schloessern und
Adelsgeschlechtern, aber auch den Hoefen und Ortschaften haben sich
Heimatforscher, Historiker und Literaten schon in frueher Zeit
schriftstellerisch zugewandt. Sie haben die im Zeichen der Ravensburg
stehenden Geschichte des Landes aufgezeichnet, die Geschicke großer Bauernhoefe
beschrieben, den Wandel des soziologischen und geistigen Lebens verfolgt, uns
aber auch das vom Teutoburger Wald beherrschte Landschaftsbild mit seiner
geologischen Beschaffenheit nahegebracht. Dabei setzt die Fuelle und der
Reichtum der Schriften, die sich allein mit der Geschichte und Kultur unseres
Heimatkreises befassen, sehr in Erstaunen, wie die Tatsache,
dass
die ersten
literarischen Werke bis in das 17. Jahrhundert zurueckgehen. Unterlage
fuer
diese Aufzeichnungen bildet ein vom Verfasser seit 1950 gefuehrtes, nach
Sachpunkten geordnetes Zeitungsarchiv fuer den Heimatverein Halle. Die aelteste schriftliche Urkunde ueber den Kreis Halle stellt das Ravensberger „Urbar von 1556“ dar das als Hof- und Siedlungsgeschichte fuer die Erforschung heimischer Haus- und Flurnamen als aelteste Quelle anzusprechen ist. Nach 25jaehriger Arbeit ist das Werk 1961 aus der Hand von Dr. Herberholt neu erschienen. Zwei Jagdprotokolle aus den Jahren 1686 und 1939, alte heimatkundliche Schriftstuecke, die auf dem Hof Consbruch in Brockhagens Vennort gefunden wurden, enthalten die Privilegien der alten Familie Consbruch. Aus dem Jahre 1694 stammt eine „Weide- und Hueteordnung“ fuer den Bereich Werther. Als erstes groeßeres Werk erschien 1726 eine „kurtzgefaßte Borgholzhausische Kirchenhistorie“ unter dem Haupttitel „Ravensbergisch-Evangelisches Denck-Mahl und Ehrengedaechtnis der kleinen Stadt Borgholzhausen“, als deren Verfasser Pastor Sen. Clamer Loening zeichnet. 1727 berichtet nach dem heimatkundlichen Archiv ein Joh. Everd Lepper in alten Urkunden ueber Wetterkatastrophen in unserem Kreisgebiet. Die erste umfangreiche Geschichtsschreibung des Ravensberger Landes aber ist Hermann Adolf Meinders zu verdanken, der, 1665 auf Schloss Steinhausen geboren, als Gohgraf in Halle wirkte, wo er 1730 starb und in der St.-Johannis-Kirche beigesetzt wurde. Seinem ersten Werk, einer Sammlung von Urkunden, Akten und Nachrichten ueber die Grafschaft Ravensberg, ließ er bald eine selbststaendige Geschichtsschreibung folgen. Geordnet der Nachwelt ueberliefert, gab G.W.L. Consbruch 1828 ein dreibaendiges Werk, das einen Teil des literarischen Nachlasses H.A. Meinders enthaelt, heraus. Rektor Joh. Friedrich Knopf schrieb 1728 das Werk „Archivum Ravenbergensae Hallensae“, das leider verlorengegangen ist. Rektor Frederking, dem die Abhandlung noch gelaeufig war, veroeffentlichte daraus Abschnitte in den Ravensberger Blaettern 1911 und spaeter. In „Kurz gefasste Nachrichten von der Grafschaft Ravensberg“, einem geschichtliche Werk, 1745 von Carl Ludwig Storch verfasst, wird auch Wesentliches ueber den Kreis Halle ausgesagt. Als heimischer Geschichtsschreiber des 18. Jahrhunderts werden Hagedorn und Culemann genannt. Ersterer gab 1747 einen „Entwurf vom Zustand der Religion vor und bei der Reformation“ heraus, der auch auf das kirchliche Leben unseres Kreises eingeht. Im Staatsarchiv zu Muenster ist die 1747 vom Mindener Kriegs- und Domaenenrat E.A. Culemann verfasste „Geografische Beschreibung der Grafschaft Ravensberg aufbewahrt, die im Kap. V „Vom Ambt Ravensberg“, wie auch in einer zweiten Schrift „Ravensbergische Merkwuerdigkeiten“ (1748), viel Lesenswertes ueber den Heimatkreis aussagt. Einen Einblick in die „gute alte Zeit“ gewaehrt auch eine von Friedrich d. G. erlassene „Dorfordnung fuer das Fuerstentum Minden und die damit combinierte Grafschaft Ravensberg, Tecklenburg und Lingen“ vom Jahre 1755.
Als kostbare Fundstuecke gehuetet 1790 erschien Weddingens „Historisch-geographisch-statistische Beschreibung der Grafschaft Ravensberg“. Ungedruckte, im Heimatarchiv Bielefeld als kostbare Fundstuecke gehuetete Schriften, sind die Aufzeichnungen des aus Borgholzhausen stammenden Amtschreibers Alemann ueber den Kreis Halle, insbesondere seine „Collectanae Ravensbergensiae“. Um die Herausgabe der Schrift L. v. Ledeburs „Minden- Ravensbergische Denkmaeler der Geschichte und Kunst“ hat sich E. H. Griese verdient gemacht, ein Werk, das sich auch mit den Wasserburgen , Kirchen und Altarbildern, u.a. auch mit dem Triumphkreuz von Bockhorst befasst. Das Archiv des Heimatvereins Halle nennt einen 1801 von Joh. Moritz verfassten Reisebericht unter dem Titel „ueber Halle, mein lachendes Staedtchen“. Eine alte Chronik ueber den Schuetzenverein aus dem Jahre 1813, verfasst vom Kuester, Lehrer und Organisten Wilh. Hommert (1799 bis 1829), hat Rektor Meise den Haller Schuetzen ueberlassen. Nicht unerwaehnt bleibe, dass der Dichter des Hainbundes, Graf Leopold zu Stolberg, der auf Schloss Tatenhausen und spaeter auf Schloss Brincke lebte, der in seinen Liedern auch die Schoenheit unserer Heimat besang, im Jahre 1819 auf dem Waldfriedhof Stockkaempen seine letzte Ruhestaette fand. 1839 erschien in Osnabrueck die „Geschichte des Burgschlosses Ravensberg“ von Friedrich Mueller, der 1864 Friedrich Vormbaum die „Geschichte der Grafschaft Ravensberg einschließlich des Kreises Halle fuer Schule und Haus“ folgen ließ. Eine erste Zeitung im Kreise Halle, betitelt „Bote vom Ravensberge“, wurde am 32. Juli 1847 herausgegeben. In seinem Buch „Vom schoenen und romantischen Westfalen“ widmete Freiligrath auch unserer Ravensburg eine liebevolle Betrachtung. Die aus Hoerste stammende plattdeutsche Dichterin Minna Schrader gab 1896 das koestlich-humorvolle Werk „Wat se sik in´n Ramskenbrinker Duarp vertellt“ heraus. Heimatkundliches Material hat auch der fruehere Amtmann von Halle, K. Wolf, in seinem Buechlein „Freud und Leid im Kreise Halle“ zusammengetragen. Sehr reichhaltig ist die Heimatliteratur im gegenwaertigen Jahrhundert. Eine Reihe von Familiengeschichten wurde geschrieben, so ueber die Versmolder Familie Besserer, die lange Jahre die Voegte stellte. Die Geschichte der Familie Kisker in Halle wurde von Hermann Rothert verfasst. Dr. Hans Schmidt schrieb die Familienchronik Delius in Versmold. In der Kreisstadt liegen die Geschichten der Familien Brune und Hagedorn aufbewahrt. Pfarrer Walter Fronenmann (frueher Borgholzhausen) gab „Die Fronenmann-Sippe und ihr Heimatdorf Hoerste“ heraus, die vom 1954 verstorbenen Lehrer und Schriftsteller Wilh. Fronenmann ergaenzt wurde. Ein sicherer Weg fuer die Siedlungsgeschichte sind Orts- und Flurnamen. Prof. Dr. Bader hat in einer Abhandlung u.a. die Ortsnamen Oesterweg, Peckeloh, Casum und Bockhorst gedeutet. Dr. W. Wilms, Gebietsleiter des Westfaelischen Heimatvereins, schrieb das Werk „Zur Geschichte der Eigennamen im Kreise Halle“. Dr. Hesemann hat in einer Dissertationsarbeit die Flurnamen der Gemeinde Borgholzhausen festgehalten. Dr. E. Schoneweg widmete sich den Fachwerkbauten und Bauernhoefen unseres Kreises, ueber die auch E. H. Griese in trefflichen Essays berichtete.
Menschen, Landschaft, Geschichte Das Geschichtsbild des Kreises Halle wurde ergaenzt durch das 1909 erschienene Werk von H. Tuempel „Minden-Ravensberg unter der Herrschaft der Hohenzollern“, durch das Teutoburger-Wald-Buch von Pittkow sowie durch die von H. G. Sander verfasste Schrift ueber die „Ravensburg und ihre Vergangenheit“. W. Vinke schrieb die Geschichte der Stadt Versmold, Rektor Meise die „Siedlungs- geschichtliche Entwicklung der Gemeinde Steinhagen“ und eine Abhandlung ueber die historische Entwicklung Halles. Von Dr. Hans Gueldner stammt die Chronik „Aus Borgholzhausens vergangenen Tagen“. 1952 erschien eine Heimatgeschichte der Gemeinde Casum. Anlaesslich der Einweihung der neuen Volksschule Kuensebeck gab Rektor Twistel die Geschichte dieser Anstalt heraus. Wanderbuecher, die ein Loblied auf die Schoenheit unserer Heimat singen, wurden von Prof. Hartwig und Heinrich Meise verfasst. In den „Historischen Blaettern“ berichtete Christian Frederking in vielen Beitraegen ueber den Kreis Halle. Das „Volks- und Heimatbuch des Amtes Versmold“ wurde 1962 von Rektor Vinke und Dr. Warning herausgegeben. Besonders hingewiesen sei auf das Werk „Handel und Wandel in Kreise Halle“, das November 1925 in der Schriftenreihe „Aus westfaelischen Gauen“ erschienen ist und wertvolle Artikel von Frederking, Rektor G. Heimann (Borgholzhausen), Heinrich Meise und W. Vinke enthaelt. Das Werk „Bau- und Kunstdenkmaeler des Kreises Halle“, das von Ludorf 1908 im Auftrage des Provinzialverbandes verfasst wurde, orientiert, wie der 1951 fuer den Kreis Halle herausgegebene Kunstfuehrer, ueber die Kunstschaetze im Heimatgebiet. Recht zahlreich sind die heimatkundlichen Untersuchungen, geschichtlichen Abhandlungen und Plaudereien, die im Archiv des Heimatvereins Halle festgehalten wurden: Artikel von H. Meise, Gustav Griese, der in Fortsetzungen ueber den Bergbau im Kreise Halle und ueber die Sattelmeierhoefe berichtete, von Albert Buck, der auch das Hoerspiel vom Bokeler Schaeferkreuz schrieb, von Dr. Wilhelm Warning, der die „Versmolder Sagen und Geschichten“ herausgab. Seine Kroenung in der literarischen und kulturellen Vertiefung jedoch findet das Schrifttum des Kreises Halle in den Werken der groeßten Dichterin unseres Heimatgebietes, der Droste-Preis- und Koggering-Traegerin Margarete Windthorst, deren Gesamtwerk das literarische Portraet der Landschaft, der Menschen und des Lebens im Kreise Halle darstellt. Nicht unerwaehnt bleiben soll die plattdeutsche Literatur und damit die Pflege der heimatlichen Mundart, die ein besonderes Anliegen des Kreisheimatpflegers Rektor Heinrich Rueter ist, der, wie auch Dr. Schoneweg, gern „platt kueert“. Lustige plattdeutsche „Votellsel“ enthaelt das Buch „Haller Platt - Aus Stadt und Land“ von Prof. Hartwig, Bielefeld und Dr. W. Warnings „Votellsels rund um den Kirchturm“. Zahlreich sind die Doenkes, die in unseren Heimatzeitungen mit Jueckemoeller, Herbo, Hiarm und Wuisken gezeichnet sind. Zum Abschluss der Arbeit, die keinen Anspruch auf Vollstaendigkeit erhebt, seien die Zeitschriften angefuehrt, in denen auch unser Kreisgebiet regelmaeßig durch Beitraege vertreten ist: die „Ravensberger Blaetter, der Westfalenspiegel und der Heimatkalender „Der Minden-Ravensberger“, der auch fuer 1967 heimatkundliche Artikel von Heinrich Rueter, Dr. Ulrich Gehre und Albert Buck aufgenommen hat.
Stand: 28. September 2004 |